Psychische Erkrankungen
MPS - mulitple Persönlichkeits- bzw Identifikationsstörung
Borderline- Persönlichkeitsstörung / Enstehung, Diagnostik
Borderline-Persönlichkeitsstörung / Ursachen und Therapie
Schizophrenie - Diagnose und Einteilung
Schizophrenie - Therapie und Prognose
Selbstverletzung / Autoaggression
Depression
Psychotisches Erleben - Psychose
Depressive Episoden und rezidivierende depressive Störungen
Depression - ist mehr als nur "deprimiert" sein, mehr als nur "traurig" sein.
Depression ist mehr als eine vorübergehende niedergedrückte Stimmung oder das Gefühl des Leids und der Leere nach einem Verlust.
Depression ist eine - gut behandelbare - Krankheit bzw Störung und kein Zeichen der persönlichen Schwäche oder gar ein Charakterfehler.
Die Symptome einer Depression betreffen Gedanken, Gefühle, Körper und Verhalten.
Weltweit verursacht die Depression Millionen Menschen große Schmerzen - das Leben der Familie und der Freunde wird beeinflußt und oft erheblich gesört.
Eine Depression kann bei Menschen jeden Alters, jeder Gesellschaftsschicht, jeder Kultur und jeder Nationalität auftreten.
Jeder Mensch erlebt Phasen in seinem Leben, in denen er sich traurig, einsam oder unglücklich fühlt. Diese bekannten Gefühle der Traurigkeit und bedrückten Stimmung sind wichtig, um (Lebens-)Krisen zu bewältigen und zu verstehen.
Wenn aber eine derartige "Stimmung" über Wochen, Monate - manchmal auch Jahre - anhält und sie dem Betroffenen verwehrt, das Leben wieder aus einem natürlichen und gesunden Blickwinkel wahrzunehmen, dann kann dies ein deutlicher Hinweis auf Depression sein.
1. Diagnostik
I. Klassifikation
1. Definition Depressive Episode (F32.0-32.3)
Es handelt sich um eine mindestens 2 Wochen andauernde Störung mit gedrückter Stimmung, Verlust von Freude und Interesse und erhöhter Ermüdbarkeit.
Die Symptomatik ist vielfältig, z.T. altersabhängig und wenig situationsgebunden. Somatische und/oder psychotische Symptome können zusätzlich vorhanden sein.
2. Rezidivierende depressive Störungen (F33.0-F33.3).
Es handelt sich um wiederholte depressive Episoden.
Die einzelnen Episoden dauern zwischen 3 und 12 Monaten, sie werden häufig durch belastende Lebensereignisse ausgelöst.
Für Kinder und Jugendliche gibt es noch keine einheitlichen Kriterien bzgl. der Definition, der Symptome und des Verlaufs depressiver Störungen.
II. Leitsymptome nach ICD-10
Nach der ICD-10 wird für die Symptomatik eine Dauer von mindestens 2 Wochen gefordert.
Kürzere Zeiträume können berücksichtigt werden, wenn die Symptome ungewöhnlich schwer oder schnell auftreten.
Die Leitsymptome drücken sich in emotionalen und vegetativ-körperlichen Störungen aus, wobei die ersten drei für die Diagnosestellung immer vorhanden sein müssen:
- Gedrückte Stimmung ohne deutliche Abhängigkeit von bestimmten Lebensumständen
- Verlust von Interesse oder Freude
- Erhöhte Ermüdbarkeit
- Verlust von Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl
- Unbegründete Selbstvorwürfe
- Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid oder suizidales Verhalten
- Änderung der psychomotorischen Aktivität (Agitiertheit oder Hemmung),
- verminderter Antrieb Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden
sowie Schlafstörungen (typisch sind Ein- und Durchschlafstörungen sowie Früherwachen); Störungen des Appetits ;Vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen.
Zu beachten sind entwicklungs- und altersabhängige Symptome bzw. die Veränderung, die sich im Vergleich zur an Erwachsenen erhobenen Leitsymptomatik ergeben.
Die medizinische Sichtweise
Medizinisch gesehen ist Depression ein diagnostisch unspezifischer Begriff für Störungen im affektiven Bereich = der Gefühlsansprechbarkeit des Menschen.
2. Einteilung in verschiedene Krankheitsgruppen
Depressive Erkrankungen in bestimmte Gruppen einzuteilen, ist schwierig, da die Übergänge einzelner Erscheinungsformen meist fließend sind.
Eine eindeutige Abgrenzung ist oft nicht möglich.
Vereinfacht erklärt und für den Laien leichter verständlich ist die Einteilung in folgende verschiedene Kategorien:
A) Somatogene Depression (können im Zusammenhang mit organischen Krankheiten und Fehlfunktionen auftreten)
B) Endogene Depression
C)Psychogene Depression
Diese Einteilung ist heute alledings bei der Diagnoseerhebung nicht üblich, da noch wesentlich mehr Unterscheidungsmöglichkeiten zu berücksichtigen sind.
In der Gruppe der somatogenen Depressionen werden Depressionen zusammengefaßt, die im Zusammenhang mit organischen Krankheitsbildern entstehen, also körperlich begründbar sind. Dabei werden sie noch weiter untergliedert in:
- Symptomatische Depressionen, z. B. in Krisenzeiten, Pubertät, Klimakterium u.a.
- Organische Depressionen, die auf strukturelle Veränderungen des Gehirns und des Körpers zurückzuführen sind, z. B. bei Tumoren, Epilepsie, Schlaganfall
- Endogene Depression = eine Depression, die scheinbar ohne Grund auftritt ---> sie kommt von innen
Bei den endogenen, den von innen kommenden Depressionen, finden sich alle Formen, die scheinbar ohne erklärbare Ursache auftreten. Die Ursachen dieser Depressionen sind noch unbekannt, sie treten allerdings familiär gehäuft auf.
Zu ihnen gehören u.a.: Affektive Psychosen, Melancholie, manisch-depressive Psychosen, phasische-, primäre-, zirkuläre Depression, Schwermut u.a. Insgesamt sollte man berücksichtigen, daß viele Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind.
- Psychogene Depression = Depression als Reaktion auf Umwelteinflüsse. Die psychogenen Depressionen sind in der Regel auf kurz- oder langfristig einwirkende Umweltereignisse zurückzuführen. Zu dieser Gruppe gehören alle reaktiven Depressionen und Störungen der seelischen Erlebnisverarbeitung.
Die depressive Erlebnisverarbeitung kann u.a. auf eine emotionale Überforderung oder auf Einsamkeit als mögliche Ursache zurückgeführt werden.
Eine weitere -ausführlichere Einteilungsmöglichkeit:
A) Psychogene Depression
A1) Reaktive Depression
A2) Neurotische Depression
A3) Depressive Entwicklung
B) Endogene Depression
B1) Depressionen mit mehreren Phasen
B2) Manisch-depressive Entwicklung
B3) Involutionsdepression
C) Somatogene Depressionen
D) Leichtere, aber lang anhaltende Depressionen
Die Unterscheidung der unterschiedlichen Depressionen ist für die spätere Behandlung wichtig.
Welches sind nun die wichtigsten Krankheitsformen einer Depression?
Depression ist nicht gleich Depression, daher ist es wichtig, verschiedene Ursachen und Verlaufsformen zu unterscheiden.
So sind zum Beispiel rein seelisch bedingte Depressionen bekannt und solche, die überwiegend biologischer Natur sind oder durch körperliche Störungen bzw. bestimmte Medikamente ausgelöst werden.
Kurze Erklärung der einzelnen Formen
A)Psychogene Depressionen
Psychogene (rein seelisch ausgelöste) Depressionen sind die häufigste Form der Depression.
Sie haben, wie der Name bereits andeutet, seelische, meist erlebnisbedingte oder lebensgeschichtlich bedingte Ursachen. Sie sind eine - bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbare - Reaktion auf akute oder langdauernde Belastungen.
Man unterscheidet 3 Gruppen:
- Reaktive Depression (verursacht durch ein schmerzliches Ereignis) Das Erleben ist zwar ähnlich wie bei der "normalen" Trauer, doch hier ist dieses Gefühl krankhaft entgleist.
Meist handelt es sich dabei um Liebesenttäuschungen, Todesfälle, Zurücksetzung, Partner- oder materielle Probleme. Inhaltlich bleibt die Depression auf dieses auslösende Ereignis begrenzt.
- Neurotische Depression (= gestörte Verarbeitung bestimmter Erlebnisse, nicht selten schon aus der Zeit der frühen Kindheit). Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel einer sogenannten neurotischen Persönlichkeitsstruktur mit entsprechend belastenden Umweltbedingungen. Dabei kann es sich z. B. um eine lang nachwirkende gestörte Eltern-Kind-Beziehung handeln, aber auch um jedes andere, nicht ausreichend verarbeitete Ereignis, welches dann in sogenannten Schwellensituationen des Lebens (Pubertät, Nachpubertät, Heirat, Schwangerschaft, Menopause, Rückbildungsalter) wieder bedeutsam wird.
- Depressive Entwicklung
Sie entsteht unter dem Druck einer gefühlsmäßigen Dauerbelastung ohne Aussicht auf Entlastung. Dazu gehören u. a. langjährige zermürbende Ehekonflikte, andauernde berufliche Überforderung, Entwurzelung durch Aussiedlung oder Exil usw.
Daher nennt man sie auch je nach ihrer Ursache zum Beispiel Erschöpfungsdepression, Entwurzelungsdepression etc
B)Endogene Depressionen
Sie entstehen "aus dem Inneren des Organismus", d.h. sie sind nicht durch äußere Einflüsse entstanden.
Zwar gehen auch hier manchmal erkennbare Auslöser voraus (Unfall, berufliche Zurücksetzung, materielle oder zwischenmenschliche Verluste, Auseinandersetzungen usw.), doch im allgemeinen ist keine einleuchtende oder klar erkennbare Ursache festzustellen.
Nach genauerem Hinsehen finden sich aber fast immer erbliche Belastungen, schon frühere depressive Zustände (sogar in der gleichen Jahreszeit) und ein besonders schweres Beschwerdebild mit hoher Selbsttötungsgefahr.
Obwohl der Betroffene meist auch über zahlreiche begleitende körperliche Beschwerden klagt, läßt sich meist kein krankhafter Befund nachweisen (außer z. B. Gewichtsverlust usw.).
Dennoch wird davon ausgegangen, daß die endogene Depression vermutlich doch organische Ursachen hat, die bisher nicht genau nachweisbar waren, z.B. bestimmte Stoffwechselstörungen des Zentralen Nervensystems.
Auch bei dieser Depressionsform unterscheidet man 3 Untergruppen:
-Depressionen mit mehreren Phasen d.h. mit meist mehreren depressiven Phasen, zwischen denen längerdauernde Zeiträume liegen, in denen der Betroffene wieder völlig normal gestimmt und bei voller Leistungsfähigkeit ist.
Die Dauer der depressiven Phase kann sich über Wochen oder Monate, in seltenen Fällen (z. B. höheres Lebensalter) sogar noch länger erstrecken. Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie kommt dies jedoch selten vor.
Bisweilen finden sich auch kurzfristige, wenige Tage oder gar Stunden dauernde Phasen im schnellen Wechsel.
-Manisch-depressive Entwicklung
Bei dieser Erkrankung wechseln sich depressive und manische Phasen meist unregelmäßig ab.
- Involutionsdepression
Die sogenannten Spätdepressionen (Involutionsdepression) im vorgerückten Alter weisen praktisch nur depressive Phasen auf. Zwar sind ihre Krankheitszeichen im allgemeinen milder ausgeprägt und nicht so typisch wie sonst, der Verlauf dafür um so langwieriger.
Doch hängt dies weitgehend von rechtzeitiger Diagnose und gezielter Therapie ab, so daß sehr langwierige Depressionen eigentlich seltener werden.
C) Somatogene Depressionen
Bei somatogenen Depressionen finden sich organische Ursachen für eine Depression = sie ist eine Körperlich begründbare (somatogene) Depression, und steht im ursächlichem Zusammenhang mit einer körperlichen Krankheit oder Funktionsstörung.
Dabei unterteilt man 2 große Gruppen:
- Organische Depressionen = als unmittelbare Folge von Hirnerkrankungen oder -schädigungen wie Hirnverletzungen, Hirntumoren, Hirngefäßverkalkung, Schlaganfall, altersbedingte Abbauprozesse usw.
- Symptomatische Depressionen = als seelische Folge körperlicher Allgemeinschädigungen und -erkrankungen, die die Hirnfunktion indirekt beeinträchtigen, z.B. Infektionen und Kreislauferkrankungen, aber auch die Einnahme, besonders die mißbräuchliche, von entsprechenden Arzneimitteln usw.
Diese Depressionen sind häufig hinter organischen Beschwerden versteckt. Ein besonderes deutliches Beispiel sind chronischen Schmerzpatienten, die über Jahre trotz der Einnahme verschiedenster Medikamente, weiter unter Schmerzen leiden. Auch Tumorpatienten, die neben den körperlichen Beschwerden ihre Situation häufig als "aussichtslos" empfinden, entwickeln häufig somatogene Depressionen.
Körperlich begründbare Depressionen finden sich vor allem im internistischen, orthopädischen, gynäkologischen u.a. Bereich.
Die Ausprägung dieser Depression ist meist geringer, das seelische Leiden häufig maskiert, d. h. hinter körperlichen Krankheitszeichen versteckt. Das kann dazu führen, daß man sich vor allem um das organische Beschwerdebild bemüht und auf Dauer wundert, weshalb sich trotz optimaler Therapie nichts bessert. Erst wenn man merkt, daß hier gleichsam eine unerkannte Depression den körperlichen Genesungsverlauf im geheimen bremst und sich dann therapeutisch auch der versteckten Schwermut annimmt, kommt endlich der so lange ersehnte allgemeine Behandlungserfolg auf seelischer und körperlicher Ebene in Gang.
D) Leichtere, aber lang anhaltende Gemütsstörungen.
Es kann vorkommen, daß eine Depression zu einer chronischen Erkrankung wird.
Sie wird gekennzeichnet durch mildere Hochs und Tiefs, die bisweilen ein ganzes Erwachsenenleben andauern, eine Art chronische Verstimmung ohne Ursache.
Die Perioden gehobener Stimmung können angenehm sein, die eher mißgestimmt-depressiven Zustände nicht, aber sie sind nicht schwer genug, um den Betroffenen zu veranlassen, einen Arzt aufzusuchen.
Begriffsbestimmung "Manie"
Eine Manie ist ein biologisch begründbares Gemütsleiden.
Die Manie tritt meist im Sinne einer manisch-depressiven Erkrankung mit unregelmäßig sich abwechselnden manischen und depressiven Phasen auf.
Es kann in Einzelfällen oder in abgeschwächter Form auch durch äußerliche Einwirkungen ausgelöst werden (z. B. Vergiftungszustände, Tumoren oder Entzündungen des Gehirns, bestimmte Medikamente oder Rauschdrogen usw.).
Die Manie gilt als Gegenstück zur Depression. Die Stimmung ist gehoben bis übermütig und regelrecht glückselig. Der Maniker kann aber auch unverfroren, rechthaberisch, gereizt und aggressiv sein.
Maniker sind leicht ablenkbar ("von Thema zu Thema"), witzig, schlagfertig, manchmal aber auch verworren wirkend. Sie sind laut, lebhaft, rastlos, voller Wagemut und Vielgeschäftigkeit. Schon früh fallen Rede- und Schreibdrang, Kaufrausch (!), Reisewut und Kontaktgier, insbesondere ständiges Telefonieren auf.
Sie neigen zu unpassenden Vertraulichkeiten ,Prahlereien, gesellschaftlichen "Ausrutschern", Schwindeleien und wirken aufdringlich, herausfordernd, distanzlos, unverschämt und mitunter sexuell enthemmt.
Die gesellschaftlichen und sozialen Folgen sind oft schwerwiegend.
Körperlich sind sie "in prächtiger Verfassung". Kleidung, Schmuck, das ganze Auftreten kann exzentrisch ausfallen. Die gesellschaftlichen, familiären und finanziellen Konsequenzen sind meist folgenschwer: Die sogenannten Erfindungen, Verbesserungen, weltanschaulichen, theologischen oder politischen Erneuerungen mögen meist noch harmlos ausgehen. Anders liegen die Dinge bei mehr oder weniger gewagten finanziellen Unternehmungen (vom erwähnten Kaufrausch über kostspielige Feste bis zu Unternehmensgründungen), bei Auseinandersetzungen mit Verwandten, Bekannten, Vorgesetzten, Behörden usw. Am Schluß drohen nicht selten Trennung, Scheidung, Versetzung, Entlassung, Schulden - und ein ruinierter Ruf. Behandlung ist meistens unproblematisch. Die Behandlung einer Manie ist kein Problem, z. B. mit Neuroleptika und Lithiumsalzen/Carbamazepin. Meist kommt sie aber nicht zustande, weil der Patient keinerlei Krankheitseinsicht hat. Darin liegt die Tragik dieses Leidens, das von den Betroffenen so lange nicht als solches erkannt bzw. akzeptiert wird, bis es zu spät ist.
3. Erkennen einer Depresssion/ Symptomatik
I. Symptome einer Depression
können sein:
- hartknäckige traurige oder "leere" Stimmung
- Verlust des Interesses oder der Freude an Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben
- andauerndes Desinteresse an Sexualtität, Nachlassen des Verlanges und der Potenz
- verminderte Energie, Müdigkeit
- das Gefühl des "verlangsamtseins"
- Schlafstörungen (Schlaflosigkeit, früh-morgendliches Aufwachen, verlängertes Schlafen)
- Eßstörungen (verminderter Appetit und Gewichtsverlust, oder auch Gewichtszunahme)
- Probleme bei Konzentration, Erinnerung, Entscheidungsfähigkeit
- grundloses Gefühl von Schuld
- andauerndes Gefühl von Hilflosigkeit
- Gedanken an Tod oder Selbstmord
- Pessimismus
- Selbstmordversuche
- Reizbarkeit
- exzessives Weinen
- chronische Schmerzen, Schmerzen, die auf Behandlung nicht verschwinden (Verdauungsprobleme, anhaltende Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Rückenschmerzen, Verstopfung, Magenbeschwerden, Kloßgefühl im Hals, Gelenk- und Muskelschmerzen, Atemenge, weiche Knie, Übelkeit)
II. Mögliche Symptome am Arbeitsplatz
- verminderte Produktivität
- Moralprobleme
- Mangel an Kooperation
- Mangel an Sicherheit
- Unfälle
- Abwesenheiten
- KLagen über Müdigkeit zu jeder Tageszeit
- Klagen über unerklärliche Schmerzen
- Alkohol- und Drogenmißbrauch
III. Symptome einer Manie
- exzessiv gute Stimmung
- Reizbarkeit
- vermindertes Schlafbedürfnis
- vermehrte Energie und Aktivität
- vermehrtes Sprechen, Bewegen, sexuelle Aktivität
- rasend beschleunigte Gedanken
- gestörte Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen
- Gefühl der Grandiosität
- leichte Ablenkbarkeit
IV. Erkennen der Depression
Die ersten Anzeichen einer Depression ist oft eine Veränderung im normalen Verhalten des Betroffenen - siehe obengeannte Symptomatik.
Depresionen "vergehen" nicht einfach so, sie müssen behandelt werden - vor allem, wenn eine Tendenz zur Selbsttötung besteht.
4. Ursachen einer Depression
Generell gilt: eine Depression kann nicht auf eine einzelne, eindeutige Ursache zurückgeführt werden - in den meisten Fällen spielen dabei zahlreiche Faktoren zusammen.
Es gibt auch keine eindeutige Antwort auf die Frage, warum manche Menschen depressiv werden, während dies bei anderen nicht der Fall ist.
In manchen Fällen kann eine Depression ohne offensichtlichen Grund auftreten, während sie in anderen durch ein spezifisches oder belastendes Ereignis ausgelöst werden kann.
Bei Menschen mit nahen Verwandten, die unter Depression leiden oder gelitten haben, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, daß sie ebenfalls an dieser Krankheit leiden werden.
Die Zahl der Frauen mit Depression ist etwa doppelt so hoch wie jene der Männer.
Die genauen Ursachen einer Depression konnten zwar bisher noch nicht eindeutig geklärt werden, Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung haben jedoch gezeigt, daß sie mit einem Mangel oder einem Ungleichgewicht von Serotonin - einer chemischen Substanz, die im Gehirn vorliegt - in Verbindung stehen könnte.
Bei vielen Fällen von Depression scheint eine "vererbte" Komponente vorzuliegen. Das heißt, Personen mit Familienmitgliedern, die zur Depression neigen, dürften für diese Krankheit ebenfalls verstärkt anfällig sein.
Wenn zum Beispiel einer von zwei eineiigen Zwillingen eine Depression aufweist, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit, daß der andere Zwilling ebenfalls eine Depression entwickelt, etwa 70%.
Bei Kindern, Eltern und Geschwistern (einschließlich nicht-eineiiger Zwillinge) eines depressiven Menschen liegt das Depressionsrisiko bei ca. 15%.
Bei Menschen ohne nahe Verwandte mit Depression beträgt das Risiko hingegen nur 2% bis 3%.
Es dürfte also ein Körnchen Wahrheit in der Ausssage stecken, daß Depression "in der Familie liegen" kann.
Ein vielversprechender neuer Forschungsbereich ist die Erforschung der möglichen körperlichen Ursachen der Depression. Viele Experten vertreten heute die Meinung, daß Depression durch ein Ungleichgewicht oder eine Störung in der Konzentration bestimmter wichtiger chemischer Stoffe im Gehirn mit der Bezeichnung "Neurotransmitter" bedingt sein könnte.
Obwohl die Forschung bisher noch nicht alle relevanten Fragen klären konnte, gelang es, eine Reihe von Medikamenten zu entwickeln, die die Neurotransmitterspiegel beeinflussen und sich bei der Behandlung von Depression als wirksam erwiesen haben.
Ein "Wirkstoff", der häufig mit anderen in Wechselwirkung tritt, ist Alkohol. Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Versuch eines Menschen darstellen, seine depressiven Symptome zu verschleiern und kann die depressive Episode noch zusätzlich verstärken.
Andererseits sind einige Wissenschafter der Ansicht, daß Alkoholmißbrauch bei anfälligen Personen zu einer Depression führen kann.
Übermäßiger Alkoholkonsum in Verbindung mit Medikamenten kann zu einer Wechselwirkung führen, die die Depression verstärken oder andere unerwünschte Wirkungen mit sich bringen könnte.
Entwicklungseinflüsse: es gibt Hinweise dafür, daß Kinder, die schon in einem frühen Alter wichtige Bezugspersonen - vor allem Elternteile - verloren haben, im späteren Leben stärker zu Depression neigen könnten. Beziehungsprobleme, Kommunikationsprobleme und Konflikte innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz oder in anderen Bereichen können ebenfalls zu Einsamkeit, Entfremdung und in weiterer Folge zu einer Depression beitragen. Finanzielle Schwierigkeiten und andere Streßsituationen können ebenfalls erhebliche Auswirkungen haben. Beziehungen, Ehe und Kinder Der Grad und die Art der Unterstützung, die wir aus unseren zwischenmenschlichen Beziehungen schöpfen können, kann uns gegen die Belastungen und Anstrengungen, die das tägliche Leben mit sich bringt, schützen und die physischen und psychischen Reaktionen auf Streßsituationen vermindern. Depression könnte eine solche Reaktion auf Streßsituationen sein. Andererseits kann das Fehlen einer engen, vertraulichen Beziehung, sei es mit dem Ehepartner, dem Lebensgefährten oder einem Freund, das Risiko erhöhen, in eine Depression zu schlittern. Faktoren wie Beleidigung oder Kränkung durch den Partner oder mangelnde Treue des Partners können noch erschwerend dazukommen.
Es konnte nachgewiesen werden, daß die Ehe Männer und Frauen in gewissem Grad gegen das Auftreten von Depression schützen kann, wenn Aufgaben wie Betreuung der Kinder und Haushaltsarbeit partnerschaftlich geteilt werden.
Bei Frauen, die arbeitslos sind und zu Hause bleiben, um sich um Kleinkinder zu kümmern, könnte jedoch ein erhöhtes Depressionsrisiko bestehen.
Scheidung oder Trennung kann ebenfalls zu einer depressiven Episode führen, besonders dann, wenn Streit um das Sorgerecht und finanzielle Belastungen hinzukommen.
Auch nach dem schmerzlichem Verlust des Ehepartners ist die Depressionsrate erhöht.
5. Tips für Angehörige im Umgang mit einem Betroffenen
I. Was es zu vermeiden gilt:
- Appell zum "Zusammenreißen"
Es ist falsch, den Depressiven aufzufordern, sich zusammenzureißen. Solche Ermahnungen an einen hoffnungslosen, apathischen und willensgeschwächten Patienten pflegen seine Verzweiflung nur noch zu verstärken. Der Depressive ist nicht unwillig, er ist krankheitsbedingt unfähig. Das ist ein großer Unterschied.
- "Ablenkung"
Es ist nicht richtig, dem Depressiven Ablenkungs-, Vergnügungs- oder Zerstreuungsmöglichkeiten anzubieten oder zu empfehlen. Mit solchen Maßnahmen kann ein Mensch, der ja die Fähigkeit verloren hat, sich zu freuen, nichts anfangen. Im Gegenteil: Es wird ihn noch mehr deprimieren und obendrein in Schuldgefühle stürzen.
- Überredungen
Es ist falsch, dem Depressiven einreden zu wollen, es gehe ihm doch gut. Wenn es ihm gut ginge, wüßte er das selbst am besten. So aber muß er diese Äußerung nur als Verkennung seines Zustandes oder als Beweis des Mißtrauens verstehen.
- Entscheidungen alleine treffen lassen
Es ist falsch, einen Depressiven wichtige Entscheidungen treffen zu lassen, besonders, wenn es sich um folgenschwere Entschlüsse handelt (Beruf, Verkauf usw.). Nachdem das Krankheitsbild abgeklungen ist, wird er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Während der depressiven Episode aber wird er alles durch eine "schwarze Brille" sehen, so daß die dabei getroffenen Entscheidungen fast immer zu seinem Nachteil ausgehen. Später sieht wieder alles ganz anders aus und jeder fragt sich dann, wie konnte man nur eine solche Entscheidung zulassen.
II. Tips für Angehörige zu Hause.
Angehörige haben es häufig sehr schwer!! Es ist sehr wichtig, unter Anleitung des Arztes alles zu tun, was dem depressiven Menschen eine therapeutisch günstige Atmosphäre bietet, auch zu Hause, wenn sich dies irgendwie machen läßt.
Das kann allerdings für die Angehörigen sehr belastend werden, besonders bei unruhig-gespannten Depressiven im allgemeinen und älteren im besonders.
Doch viele Verwandte sind bereit, diese Bürde auf sich zu nehmen, vor allem, wenn sie wissen: Es wird wieder alles so wie früher.
Der Depressive allerdings wird es krankheitsbedingt nicht glauben können. Später jedoch wird er bestätigen, daß ihm diese pausenlosen Versicherungen dennoch ein gewisser Trost waren, die über diese schwere Zeit hinweggeholfen haben.
Wichtig ist: Damit die Depression geheilt wird, muß der Betroffene in ärztliche Behandlung.