Psychische Erkrankungen
MPS - mulitple Persönlichkeits- bzw Identifikationsstörung
Borderline- Persönlichkeitsstörung / Enstehung, Diagnostik
Borderline-Persönlichkeitsstörung / Ursachen und Therapie
Schizophrenie - Diagnose und Einteilung
Schizophrenie - Therapie und Prognose
Selbstverletzung / Autoaggression
Depression
Psychotisches Erleben - Psychose
"Die zersplitterte Seele"
Das Wort "schizophren" wird im Alltag häufig gebraucht - aber lediglich die wenigsten wissen, was es wirklich bedeutet.
Von "Seelenspaltung" und "Verfolgungswahn" ist die Rede - doch kaum einer weiß, wie sich das auf den Betroffenen selbst auswirkt.
Die Bezeichnung "Schizophrenie" wurde erstmals von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler 1911 geprägt. Er ersetzte den bis dahinbestehenden Begriff "Dementia praecox" (=vorzeitiger Verlust der geistigen Fähigkeiten), da er die Auffassung des deutschen Psychiaters Emil Kreaplin (1856 - 1926) nicht teilte.
Er stellte fest, daß nicht ein Verlust der geistigen Fähigkeiten das typische Krankheitsmerkmal ist - sondern die Spaltung des Denkens, die Uneinheitlichkeit und Widersprüchlichkeit im Denken, Fühlen und Wollen.
Er strich heraus, daß zwar im Verlauf der Krankheit der Zusammenhang des Denkens zwar zeitweise verloren geht, doch im Genesungsverlauf unbeschadet widerkehrt.
Mit der Diagnosenbezeichung "Schizophrenie" wollte er eine abwertende Bezeichnung - Dementia preacox - durch eine neutrale ersetzen.
Doch dies ist im Volksdenken nicht gelungen.
Teilweise wird diese Krankheit romantiesiert mit den Vorstellungen über einen Rückzug bzw Flucht in eine glückliche Wahnwelt, Flucht aus dem Alltag etc.
Andere - und das geschieht häufiger - gebrauchen die Krankheit als eine Art "Schimpfwort".
Schizophrenie zählt in den westlichen Kulturen zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, unter anderem deshalb, weil ihre typischen Symptome, so z.B. das Stimmenhören, innerhalb dieser Kulturen als sehr absonderlich und beunruhigend angesehen werden.
In anderen Kulturen jedoch können diese Symptome als Zeichen für eine besondere Begabung angesehen werden.
So besteht z.B. große Ähnlichkeit zwischen den Halluzinationen Schizophrener und der Trance von Schamanen, die in ihrer Kultur als außergewöhnlich weise und auserwählte Menschen verehrt werden.
In der modernen Medizin selbst sieht man Schizophrenie als eine Krankheit an, ebenso wie Diabetes, Rheumatismus, Krebs, etc. Krankheiten sind.
Sie äußert sich für andere gut ersichtlich darin, daß Denken und Fühlen sowie das Verhalten des Betroffenen in der aktiven Phase ernsthaft verändert sind, obwohl Schizophrenie keine Beeinträchtigung der Intelligenz und der Fähigkeit, logisch zu denken bedeutet.
Im Laufe der Geschichte wurde die Krankheit mißverstanden, wenn überhaupt beachtet.
Die Erkrankten wurden stigmatisiert und von der Gesellschaft ausgeschlossen und in "Anstalten" verwahrt - was zum Teil auch heute immer noch geschieht.
Schizophrene Störungen sind relativ häufig und geschlechtsunabhängig, d.h. Männern und Frauen sind etwa gleich davon betroffen. Die Erkrankungshäufigkeit liegt bei 1%, d.h. einer von 100 Einwohnern ist in der Regel von Schizophrenie betroffen.
Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen der Pubertät (ca. 16. Lebensjahr) und dem 30. Lebensjahr. Ab einem Alter von 30 Jahren ist eine Ersterkrankung an Schizophrenie ungewöhnlich, nach dem 40. Lebensjahr sogar selten.
Bei Menschen mit Schizophrenie kommt es zu psychotischen Episoden mit einer Veränderung der bisher vertrauten Persönlichkeitszüge und des Alltagsverhaltens, wie z. B. gestörtes Denken, Sprechen und Verhalten; Phantasie und Realität verschwimmen miteinander oder die Wirklichkeit nimmt andere Züge an.
Dennoch ist die Prognose erstaunlich gut: etwa ein Drittel der Erkrankten werden wieder völlig gesund!
Für die restlichen 2/3 gilt: man vermag Schizophrenie in vielen Fällen zwar nicht zu heilen, dennoch verspricht eine adäquate Behandlung bei vielen Patienten guten Erfolg und ermöglicht ein lebenswertes Leben!
1. Diagnostik
I.Diagnostik nach ICD-10
Erforderlich für die Diagnose Schizophrenie sind mindestens ein eindeutiges Symptom (zwei oder mehr, wenn weniger eindeutig) der Gruppen 1 - 4 oder mindestens zwei Symptome der Gruppen 5 - 8.
Diese Symptome müssen fast ständig während eines Monats oder länger deutlich vorhanden gewesen sein.
Bei eindeutiger Gehirnerkrankung, während einer Intoxikation oder eines Entzugs soll keine Schiziophrenie diagnostiziert werden.
Symptome:
Gedankenlautwerden,
Gedankeneingebung oder Gedankenentzug,
Gedankenausbreitung.
Kontrollwahn,
Beeinflussungswahn,
Gefühl des Gemachten bzgl. Körperbewegungen, Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen;
Wahnwahrnehmungen:
Kommentierende oder dialogische Stimmen
Anhaltender, kulturell unangemessener und völlig unrealistischer Wahn
Anhaltende Halluzination jeder Sinnesmodalität.
Gedankenabreißen oder Einschiebungen in den Gedankenfluß
Katatone Symptome wie Erregung, Halterungsstereotypien, Negativismus oder Stupor.
"Negative" Symptome wie:
auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte.
Differentialdiagnose zu nicht-organischen psychotischen Störungen
Schizotype Störung, anhaltend wahnhafte Störung, vorübergehende akute psychotische Störung und schizoaffektive Störungen (vgl. ICD-10).
Differentialdiagnose zu organischen psychotischen Störungen (vgl. Algorithmus 2).
A) Primäre Erkrankungen des ZNS, z.B. Epilepsien, zerebrale Traumata oder Tumoren, Infektionen des ZNS, zerebrovaskuläre Erkrankungen, degenerative Erkrankungen
B) Sekundäre Erkrankungen des ZNS, z.B. Metabolische und Autoimmunerkrankungen, Hypothyreoidismus, Vitamin-B-12-Mangel, drogen- und pharmakainduzierte Psychosen
II. Schizophrenie : Klinisch-diagnostische Leitlinien und Forschungskriterien nach dem F20
Klinisch-diagnostische Leitlinien:
Die schizophrenen Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affektivität gekennzeichnet.
Die Klarheit des Bewußtseins und die intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt.
Im Laufe der Zeit können sich jedoch gewisse kognitive Defizite entwickeln.
Die Störung beeinträchtigt die Grundfunktionen, die dem normalen Menschen ein Gefühl von Individualität, Einzigartigkeit und Entscheidungsfreiheit geben.
Die Betroffenen glauben oft, daß ihre innersten Gedanken, Gefühle und Handlungen anderen bekannt sind oder, daß andere daran teilhaben.
Ein Erklärungswahn kann entstehen, mit dem Inhalt, daß natürliche oder übernatürliche Kräfte tätig sind, welche die Gedanken und Handlungen des betreffenden Individuums in oft bizarrer Weise beeinflussen.
Die Betroffenen können sich so als Schlüsselfigur allen Geschehens erleben.
Besonders akustische Halluzinationen sind häufig und können das Verhalten oder die Gedanken kommentieren.
Die Wahrnehmung ist oft auf andere Weise gestört: Farben oder Geräusche können ungewöhnlich lebhaft oder in ihrer Qualität verändert wahrgenommen werden.
Unbedeutende Eigenschaften alltäglicher Dinge können wichtiger sein als das ganze Objekt oder die Gesamtsituation.
Zu Beginn ist auch Ratlosigkeit häufig und führt oft zu der Überzeugung, daß alltägliche Situationen eine besondere, meist unheimliche Bedeutung besitzen, die sich einzig auf die betroffene Person bezieht.
Bei der charakteristischen schizophrenen Denkstörung werden nebensächliche und unwichtige Züge eines Gesamtkonzepts, die bei normaler psychischer Aktivität eine geringe Rolle spielen, in den Vordergrund gerückt und an Stelle wichtiger und situationsentsprechender Elemente verwendet.
So wird das Denken vage, schief und verschwommen, und der sprachlicher Ausdruck wird gelegentlich unverständlich.
Brüche und Einschiebungen in den Gedankenfluß sind häufig. Gedanken scheinen wie von einer äußeren Stelle entzogen.
Die Stimmung ist charakteristischerweise flach, kapriziös oder unangemessen.
Ambivalenz und Antriebsstörung können als Trägheit, Negativismus oder Stupor erscheinen. Katatonie kann vorhanden sein.
Die Störung kann akut mit schwerwiegend gestörtem Verhalten beginnen oder schleichend mit allmählicher Entwicklung seltsamer Gedanken und Verhaltensweisen.
Der Verlauf zeigt gleichfalls große Unterschiede und ist keineswegs unvermeidlich chronisch oder sich verschlechternd (die Klassifikation des Verlaufs erfolgt mittels der fünften Stelle).
Bei einem Teil der Fälle, der in verschiedenen Kulturen und Bevölkerungen variiert, kommt es zur vollständigen oder fast vollständigen Heilung.
Die beiden Geschlechter sind etwa gleich häufig betroffen, aber der Beginn liegt bei den Frauen tendenziell später.
Obwohl keine eindeutig pathognomonischen Symptome zu benennen sind, ist es aus praktischen Überlegungen sinnvoll, die oben genannten Symptome in Gruppen zu unterteilen, die besondere Bedeutung für die Diagnose haben und oft gemeinsam auftreten:
-Gedankenlautwerden,Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung
- Kontrollwahn, Beeinflussungswahn
- Gefühl des Gemachten, deutlich bezogen auf Körper- oder Gliederbewegungen oder bestimmte Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen
- Wahnwahrnehmungen Kommentierende oder dialogische Stimmen, die über den Patienten und sein Verhalten sprechen, oder andere Stimmen, die aus einem Teil des Körpers kommen
- Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer bizarrer Wahn, wie der, eine religiöse oder politische Persönlichkeit zu sein, übermenschliche Kräfte und Fähigkeiten zu besitzen (z.B. das Wetter kontrollieren zu können oder im Kontakt mit Außerirdischen zu sein)
- Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität, begleitet entweder von flüchtigen oder undeutlich ausgebildeten Wahngedanken ohne deutliche affektive Beteiligung, oder begleitet von anhaltenden überwertigen Ideen, täglich über Wochen oder Monate auftretend.
- Gedankenabreißen oder Einschiebungen in den Gedankenfluß, was zu Zerfahrenheit, Danebenreden oder Neologismen führt
- Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien oder wächserne Biegsamkeit (Flexibilitas cerea), Negativismus, Mutismus und Stupor
- "Negative" Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte, zumeist mit sozialem Rückzug und verminderter sozialer Leistungsfähigkeit
Diese Symptome dürfen nicht durch eine Depression oder eine neuroleptische Medikation verursacht sein. Eine eindeutige und durchgängige Veränderung bestimmter umfassender Aspekte des Verhaltens der betreffenden Person, die sich in Ziellosigkeit, Trägheit, einer in sich selbst verlorenen Haltung und sozialem Rückzug manifestiert.
Schizophrenieähnliche Störungen
Es gibt einige Krankheiten, die in ihrem Erscheinungsbild der Schizophrenie sehr ähnlich sind - sie verlaufen allerdings anders und müssen ebenfalls anders als die Schizophrenie behandelt ewrden. Unter diese Störungen zählen schizoaffektive Erkrankungen und akute psychotische Störungen.
a) Schizoaffektive Störungen
Bei schizoaffektiven Störungen bestehen zusätzlich zu den typischen Symptomen einer Schizophrenie - während der akuten Krankheit - ausgeprägte Veränderungen der Stimmung und des Antriebs: gehobene Stimmung und gesteigerter Antrieb oder gedrückte Stimmung und verminderter Antrieb.
Krankheiten mit gehobener Stimmung und gesteigertem Antrieb nennt man Manien.
Wenn Symptome einer Schizophrenie hinzukommen, spricht man von schizomanischen Störungen. Krankheiten mit Symptomen der Schizophrenie, gedrückter Stimmung und verminderter Antrieb werden dementsprechend als schizodepressive Störungen bezeichnet.
b) Schizomanische Störungen
Schizomanische Störungen versetzen den Patienten meist in angenehme, gute Laune - doch ist sie fast nie von langer Dauer: meist schmieden Betroffene Pläne, die nicht unbedingt verwirklichbar sind, sind "ständig auf Achse", reden ununterbrochen und kommen nicht zur Ruhe. Oft besteht auch Größenwahn - die Betroffenen sind in der akuten Krankheitsphase meist nicht in der Lage, ihre Erkrankung zu erkennen - die Krankheit ist stärker.
c) Schizodepressive Störungen
Bei schizodepressiven Störungen leiden die Betroffenen zusätzlich zu den Symptomen der Schizophrenie unter depressiven Verstimmungen. Sie sind niedergeschlagen, grübeln und sind kaum in der Lage, sich von ihren trüben Gedanken ablenken zu lassen und zweifeln an sich selbst. In der Regel geht es den Betroffenen jeden Tag gleich schlecht. Die Betroffenen fühlen sich durch die Krankheit schwer beeinträchtigt, sie leiden unter den depressiven Symptomen meist mehr als unter den Symptomen der akuten Schizophrenie.
d) Vorübergehende akute psychotische Störungen
Die Schizophrenie dauert ebenso wie die schizoaffektive Störung meist mehrere Monate oder Jahre an.
Wenn Symptome nur mehrere Wochen lang bestehen, spricht man nicht von einer Schizophrenie im engeren Sinn, sondern von einer vorübergehenden akuten psychotischen Störung.
Störungen, die leicht mit der Schizophrenie verwechselt werden können
Eine akute Schizophrenie kann mit den schizophrenieähnlichen Störungen, mit Depressionen oder Manien, mit anderen chronischen Wahnkrankheiten, mit psychischen Ausnahmezuständen im Rahmen von Angsterkrankungen oder mit manchen körperlichen Krankheiten verwechselt werden.
1. Depressionen oder Manien
Sie ähneln den schizoaffektiven Störungen. Bei Depressionen stehen Schlafstörungen, gedrückte Stimmung, gebremster Tatendrang - bei Manien Schlafstörugen, übertrieben heitere Stimmung und gesteigerter Tatendrang im Vordergrund des Erscheinungsbilds. Die Wahnsymptome sind jedoch nicht so ausgeprägt wie bei der Schizophrenie oder bei den schizoaffektiven Störungen. Zu Sinnestäuschungen kommt es nur sehr selten und dann auch nur kurzfristig.
2. Anhaltende wahnhafte Störungen
Chronisch verlaufende Wahnkrankheiten ohne sonstige Symptome einer Schizophrenie treten unter anderem bei mißtrauischen, vereinsamten und durch Schwerhörigkeit behinderten Menschen, aber auch bei vor Beginn des Wahns psychisch unauffälligen Personen auf. Diese seltenen Krankheiten, die früher auch als "Paranoia" oder "Paraphrenie" bezeichnet.
Für gewöhnlich finden sich aber außer diesem Wahnsymptom keine anderen Krankheitssymptome.
3. Induzierter Wahn
Ein Wahn ist für Außenstehende nicht immer sofort als Wahn erkennbar - sie merken nur: "Irgendetwas stimmt nicht". Manchmal sind Wahnkranke in ihrer Argumentation so überzeugt, daß nahe Angehörige chronisch wahnkranker Menschen sich durch die Wahnsymptome des Betroffenen verunsichern lassen und die wahnhaften Überzeugungen übernehmen. Dann hilft nur noch - um einem induzierten Wahn bzw einer "Folie à deux" vorzubeugen - die Trennung der beiden, die medikamentöse Behandlung des ursprünglichen Wahnkranken und die psychotherapeutische Behandlung des Partners.
4. Psychische Ausnahmezustände im Rahmen von Angststörungen
Manche Betroffene werden von Befürchtungen und Ängsten derart gefangengenommen, daß sie vorübergehend nicht mehr zwischen ihren Ängsten und der Realtität unterscheiden können. Meist dauern derartige Ausnahmezustände allerdings nur kurze Zeit an.
5. Körperliche Erkrankungen
Krankheiten, die das Gehirn direkt oder indirekt betreffen, können Symptome hervorrufen, die kaum oder nur schwer von den Symptomen der Schizophrenie unterscheidbar sind. Zu diesen Krankheiten zählen Tumore, sowie Entzündungen des Gehirns, der Gehirnhäute, Hirndurchblutungsstörungen, Verletzungen des Gehirns, Blutungen im Bereich des Gehirns , Anfallskrankheiten (Epilepsie), aber auch Störungen des Hormonstoffwechsels oder Vergiftungen.
Das Vorliegen dieser Krankheiten ist bei der Diagnosestellung und Erstuntersuchung durch EEG, EKG, CT, Blutuntersuchungen etc auszuschließen.
Verlauf der Erkrankung
Die Erkrankung verläuft meist in mehreren Episoden und neigt zur Chronifizierung.
Bevor es zum Ausbruch charakteristischer Symptome kommt, kann ein Wochen bis Monate dauerndes Prodomalstadium auftreten, das z.B. durch depressive Stimmungen geprägt sein kann.
Die Krankheit verläuft in Schüben, es kann nach einer oder mehreren Krankheitsphasen unter Umständen zu einer chronischen Restsymptomatik kommen, häufig folgt aber auch nach akuten Krankheitsmanifestationen Symptomfreiheit.
In sehr seltenen Fällen bleibt die produktiv-schizophrene Symptomatik chronisch bestehen, meist aber kommt es zu Residualzuständen, die durch Negativsymptomatik geprägt sind.
Während der akuten Erkrankung, aber auch in der Remission und im Residualzustand können Krisen mit Selbstmordgedanken auftreten.
Nach akuten Schüben kann es zu postremissiven Zuständen kommen, die insbesondere durch depressive Verstimmung und Erschöpfung charakterisiert sind, aber nach einiger Zeit abklingen.
Zwei Drittel der Patienten erkranken mehrmals, bei vielen kommt es zu bleibenden Beeinträchtigungen, oftmals verbunden mit sozialem Abstieg.
Ein Drittel kann vollständig geheilt werden.